Freitag, 19. Dezember 2014

Lovina

Teil 15 19.12.14 Lovina

42 Grad Fieber! Im Schatten sogar fast 43 Grad. Mich hat es erwischt: Faulfieber. Der Arzt hat mir eine Kur verschrieben: flach liegen und die Palmen von unten besehen. Hier schaut man sich natürlich keine Radieschen an! Palmen sind auch besser. Das fette Grün der Palmwedel hebt sich gegen den strahlend blauen Himmel gut ab. Genau wie die vielen Kokosnüsse, die da oben hängen.
Dazu mache ich noch eine Kneippkur. Erst die 40m über den Strand laufen und dann ins 33 Grad warme Wasser. Dann zurück zum Pool und quasi 'abschrecken' in dem 28 Grad kalten Wasser des Pools. Und dann wieder die Nummer mit den Palmen. 





Dazu gedämpfte Musik aus dem Player direkt ins Ohr: Pink Floyd, Element of Crime, Billy Joel: alles durcheinander. Es ist tote Hose hier in Lovina, aber das ist nicht schlimm. Im Sea Breeze sind nur eine Handvoll Gäste, es gibt keine Jetski und zumindest bis Mittag hat der Himmel vergessen, dass es eigentlich wet season ist.

Gestern Abend war ich mit Lisa noch in einer niedlichen kleinen Ecke. Eigentlich keine richtige Kneipe, eher ein Shop mit Bierverkauf. Das Essen hatten wir uns aus einer Strassenküche geholt (quasi to go) und uns dann in dieser 'Warung' an den Tisch gesetzt und da Bier gekauft. 2 Balinesen fingen dann nach einiger Zeit an, Gitarre zu spielen und zu singen. Irgendwann fiel dann ein Franzose mit ein und das Ganze war irgendwie crappy...aber schön.

Die Nacht brachte auch hier neue Besucher und Geräusche. Die Moskitos haben sich dankenswerterweise etwas zurückgehalten, dafür  hatte aber Karl Kakerlak noch seine Geschwister Kurt und Konrad eingeladen. Wir kennen ja den Ausspruch: da biste platt! Den kennen die jetzt auch!
Und gegen Morgen war irgendwas in meinem Dach, was ich nicht wissen will. Aber es hat ziemlich ekelige Geräusche von sich gegeben. 

Dankbar war ich auch für die Delphintourverkäufer, die morgens um kurz vor 6 bei mir klopften, und immer 'dolphin-tour, dolphin-tour' riefen. Mann, Mann, Mann, was sind die drauf hier!

Vielleicht hat all das zu meiner schweren Krankheit beigetragen?

Nachmittags ließ das Fieber etwas nach und ich machte mich auf, die hot springs, die heißen Quellen zu finden. Entweder gibt es hier viele hot springs oder wir haben sehr unterschiedliche Auffassungen von 5 km, 15 Minuten, links oder rechts. Ich bin mir nicht sicher, ob es hier Pontius oder Pilatus gibt, aber ich habe beide besucht. Erst Pontius, dann Pilatus. Zum Ende hin hat ein klarer Hinweis eines jungen Mannes geholfen: go on, junction, turn right, there you'll find street signs.....

Die heiligen warmen Quellen. Das sind mehrere terrassenförmig angeordnete Bassins, in denen sich Kinder wie Erwachsene vergnügen. Was die, nachdem das Meer hier gut 33 Grad hat, damit wollen, ist mir schleierhaft. Aber das ganze ist nett angelegt, allerdings mit großem Brimborium (Parkplatz mit-Wächter, Eintritt, Shops ohne Ende...


Es riecht nach Schwefel und es gibt einen kleinen Tempel. Als kleiner Ausflug eine gute Gelegenheit. Hinweg: fast 1 1/2 Stunden, Rückweg 15 Minuten.
Auf dem Rückweg kam ich dann noch an einem kleinen Friedhof vorbei. Ich finde immer, Friedhöfe (und generell der Totenkult) sagen etwas über die Menschen aus, die an dem Ort wohnen. Hier auf Bali ist das schwierig, weil es Hindus gibt, Buddhisten, Moslems und ein paar Christen. Allerdings sind christliche Kirchen oder Moscheen nicht zu sehen. Die Hindus verbrennen in der Regel die Leichname und Begräbnisstätten kennt man z.B. In Indien meines Wissens nicht.  
Der Buddhismus kennt wohl Gräber, aber generell sehr einfach und schmucklos (di kommen ja wieder). Dieser Friedhof erinnert mich etwas an Friedhöfe in China, wobei die Namen eher balinesisch klingen. Die Anlage war aber generell eher verwildert. 

Wenn man an Friedhöfe denkt, muss man auch über Geister reden. Lisa hat mir viel erzählt über Geisterglauben und alles, was dazu gehört. Das ist hier wirklich allgegenwärtig. Nicht 'Geister-light' wie in Thailand, hier ist das wirklich ernst gemeint. Ich habe mal in einem Restaurant einen Kellner gesehen, der sich für die Schicht fertig gemacht hat. Wow! Erst beten, dann Duftstäbchen, dann irgendein Pulver in die Ohren, auf die Stirn und auf die Lippen, dann beten, dann ein paar Handbewegungen. 
Und das alles ganz normal neben der Kasse. Der Spuk hat vielleicht 6-7 Minuten gedauert. Und laut Lisa ist das nur ein Vorgeschmack. 

Aber es ist auch praktisch. Es gibt hier einen Ausdruck: PBA. Pregnant by accident. Über die Hälfte der jungen Balinesinnen sind PBA. Schuld sind die Geister. Erinnert mich an den katholischen Glauben....

Den Abend habe ich dann wie gestern in der 'Music Warung' verbracht. Der verrückte Franzose war auch wieder da und wir haben uns nett unterhalten. Bei Bintang und Arak. Bintang ist das lokale Bier und Arak ist Arak. Lecker! Es wurde wieder Musik gemacht und irgendwie ist diese Ecke nett.

Morgen plane ich, nach Osten zu gehen, wahrscheinlich nach Ahmet. Ich will mich aber heute noch von meinem local Guide (Lisa) beraten lassen...

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Motorradtour von Ubud nach Lovina

18.12.14 Reise von Ubud nach Lovina

Und die Nacht war wieder voller Geräusche. Sie waren alle wieder da, und mit einer Intensität, als säßen sie unter dem Bett. Aber irgendwie gewöhnt man sich daran. 
Ich bin dann nach dem üppigen Frühstück zu meinem aufgeregten Motorradverleiher gegangen, und der hat tatsächlich Wort gehalten. Er hatte eine recht neue Honda da, an der alles funktionierte. Die gehört jetzt erst mal für 5 Tage mir.
Beim bezahlen lief mir bereits wieder der Schweiß in die Augen. Sicher, die Preise können einen (verglichen mit den anderen umliegenden Ländern) dazu trieben, aber hier war es einfach die Hitze um 1/4 vor 10.

Das wurde aber besser, sobald Fahrtwind da war. Der Rucksack vor  mir zwischen meinen Knien, die Tasche auf dem Rücken: nicht schlecht!

Schade nur, dass Beschilderung eher eine deutsche Tugend ist. Hier wäre sie auch hilfreich. Also muss man an jeder Kreuzung anhalten und fragen. Und hoffen, dass man jemanden findet, der höflich und ortskundig ist. Die höflichen sagen einfach lächelnd 'geradeaus' und nicken dabei. Das durfte ich 3 mal erfahren.

Schade auch, dass der Verkehr einfach unglaublich ist. Unmengen von 2-Rädern, aber auch jede Menge Autos. Zudem war heute irgendwas Besonderes. 
Und falls das nicht reicht: Ich bin 2 mal in ein Motorradkorso gekommen. So 300-400 Mopeds, die mit ca. 20 km/h im Pulk sehr sehr lange vor mir hergefahren sind. Aufgelöst haben sich diese Korsos erst, als die 4. Geissel auftauchte: starker, ergiebiger Regen. 

Es seibelte aus allen Löchern. Und dann, nicht unangekündigt, aber trotzdem unangenehm: es wurde in den Bergen scheissekalt.
Kalt, nass, viel Verkehr, beschlagenes Visier.....und was noch?

Eine tolle Strecke. 
Viel teilweise extrem bergauf und bergab, viel Kurven. Reisterrassen, die Vulkane, Seen, viel Dörfer, undurchdringliche Wälder....eine überwältigende Natur. 
Leider gibt es keine Bilder, und leider konnte ich das auch nicht so betrachten, wie ich es gerne gemacht hätte, aber der erschwerte Verkehr hat alle meine Aufmerksamkeit beansprucht. Außerdem war vor allem in den Bergen alles sehr wolkenverhangen und dunstig.  
Im Nachhinein habe ich auch erkannt, dass ich falsch gefahren bin (danke, ihr vielen Helfer)!
Es gibt den Mount Batur (da wollte ich langfahren) und den Mount Catur. Der Catur ist über 2000m hoch und ich war bestimmt geschätzte 1500-1600 m. Den Gipfel konnte man gut sehen. Fairerweise muss man sagen, dass die Strecke zum Catur durchaus kürzer war.
In Bedugul habe ich dann eine kurze Pause gegönnt und eine warme Suppe (wirklich wahr) in einer Straßenküche gegessen. Ich bin etwas eingeschränkt, da ich den Rucksack, der vorne so schön verkeilt ist, nicht aus den Augen lassen möchte. Bedugul ist ein Ort in den Bergen, von dem aus die meisten Touren auf den Vulkan starten. Nach 2 Stunden strammen Marsches ist man oben und bekommt dort Eier in einer heißen Quelle gekocht. Ich bin dieses Mal nicht dabei. Etwas später kam ich dann noch zu einem Aussichtspunkt, von dem man einen ganz schönen Blick auf den Bergsee hat. Da habe ich dann doch noch mal kurz angehalten, damit ich wenigstens ein Photo als Trophäe mitbringen kann. Mit klammen, zittrigen, feuchten Fingern....
Bergsee bei dem Vulkan
Meine 'Maschine': eine brave Honda mit schwerem Gepäck

Affen am Straßenrand auf der Suche nach Essbarem

Nach etwas über 4 Stunden (und noch 2 mal umdrehen wegen fehlender Schilder) kam ich in Lovina  an. Und hier regnete es auch (kurzfristig) nicht und die Temperatur war so bei sehr freundlichen 23 Grad.
Kurz danach fing der Regen aber wieder an...

Und dann kam das Wiedersehen mit Lisa. Schon sehr cool, Verwandte, die sonst ca. 2 Fahrstunden von einem entfernt leben, hier, ca. 18 Flugstunden entfernt, wiederzusehen. 
Andererseits ist die Gegend hier mir auch fast so fremd wie Hofheim, wo Lisa herkommt. Nur exotischer. Viiiiiiiel exotischer!

Lisa ist ein nettes Mädchen, ich kann sie gut leiden. Leider fängt sie hier an, mich als 'Onkel Jo' vorzustellen. Ja, ja, so schnell vergehen Sympathien....

Lisa hat hier fast 4 Monate gearbeitet und verbringt noch etwas Zeit auf der.Insel, bevor sie nach Thailand geht. Auch ein tolles Abenteuer.

Ich finde dann auch schnell einen Bungalow am Strand, wieder mit eigener Terrasse, privatem Bad und airco. Nobel geht die Welt.......und ja, einen Pool haben wir sicherheitshalber auch, falls uns die 30 Schritte zum Meer zu weit sind.  Der Strand hier ist schwarz, wie man das von den Kanaren her kennt. Und am Strand entlang zieht sich eine Kette von Pubs, Restaurants.....aber alle sind leer. Das ist die Nebensaison! Und die wet season!  
Mal sehen, wie es morgen wird. 


Unser Zimmer. Karl Kakerlak ist bereits ausgezogen, aber was ist mit Kurt, Konrad und Kaspar? Unter dem Bett? In der Dusche? Eingewickelt im Handtuch? Oder schon in meiner Reisetasche? Finja! Hilf mir!
....und einen Pool haben wir natürlich auch....


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Ubud

17.12.14 Ubud

Heiß war es in der vergangenen Nacht. Und Geräusche gab es!
Hier gibt es viele Moskitos, daher muss man gut aufpassen. Ich habe zwar 2 Fans im Zimmer, aber wenn die mich anblasen, fliegt des Moskitonetz weg. Also blasen die beiden zu Seite und machen etwas Umluft, während ich unter dem Netz im eigenen Saft.....
Ich habe trotzdem geschlafen.
Bis das erste Geräusch kam: ein schriller Pfiff! Was war das? Ein Vogel? Nachts? Kaum. Eine Ratte? Oder was sonst? Na ja, da war ich erst mal wach. Dann bin ich wieder eingeschlafen und dann kam der Tukei. Keine Ahnung, wie der wirklich heißt, aber ich kenne den aus Thailand, als ich im Isan war. Da gab es auch viele. Man denkt auch, dass es ein (großer) Vogel ist, der immer dieses furchtbar laute Tukei! Tukei! Tukei! von sich gibt. Es soll sich dabei um eine recht große Echse handeln, die zudem bei Kontakt auch nicht ungefährlich sein soll. Und der war gefühlt.....wo? In meinem Bungalow? Direkt daneben? Auch nicht schön.
Fas nächste Geräusch waren die Bediensteten, die das Geschirr auf die Terrasse stellten. Das Frühstück wird hier nämlich auf der Terrasse serviert. Seeeeeehr komfortabel!
Und nach einer kurzen Dusche saß ich bei Omelett und Obst und Kaffee und las den Spiegel auf dem iPad.

Heute ist hier irgendein Festival. Gestern hatte mir das schon jemand gesagt und man konnte es auch erkennen, dass die ganze Stadt sehr festlich geschmückt war. Heute erklärte mir dann unser Hotelmanager, dass es sowas wie Weihnachten sei, nur, dass sie es 2 mal pro Jahr feiern. Von den Hindus können wir was lernen. 

In dem Zusammenhang sieht man auch heute fast alle Balinesen in traditioneller Festtagskleidung. Also Sarong und die typische Kopfbedeckung bei den Männern und sehr schöne, reich geschmückte Kleider bei den Frauen. Nur so dürfen die auch in den Tempel gehen. 
Festival ist überall. Jedes Auto, jedes Moped, alles ist geschmückt oder mit Opfergaben versehen.
In dem Zusammenhang waren heute auch viele Tore offen, hinter die ich gestern schon gerne mal geschaut hätte.
Die Balinesischen Gebäude sind alle nach dem gleichen Muster gebaut. Es gibt ein (zu) schmales Tor, dahinter eine Wand und dann erst den Familientempel. Und dann die Häuser für die Eltern, für die Begegnung, Kinder...
Sinn der Sache ist, dass die bösen Geister schon bei dem schmalen Tor keine richtige Lust mehr haben, dann noch eine Mauer und dann der Tempel: da macht der böseste Unhold nicht mehr weiter.
Besonders ist aber, dass die Grundstücke der offensichtlich wohlhabenderen Leute aber auch wunderschön sind. Und heute, quasi an Weihnachten, auch noch geschmückt! Ich habe einpaar Bilder gemacht, aber man kann diese Schönheit so nicht einfangen. Sehr einmalig!
Überhaupt beginnt hinter der Häuserreihe an der Hauptstraße eine andere Welt. Da sind Berge oder auch 20-30 m tiefe Schluchten, in die dann noch weitere Gebäude gepflanzt worden sind. 
Auch hier tun sich (so weit man das sehen kann) Paradiese auf.



Und einen Pool gibt es auch. Nicht vergessen. Irgendwie ist bei mir (aber auch bei anderen) alles nass. Hemd sowieso, und für  die Unterhose geben ich auch keinen Pfifferling. Frisur? Na ja! Komischerweise sehen die Balinesen besser aus. Aber im Pool sind wir alle gleich.
Dieses eher 'maritime Zentrum' war dann auch die gute Entscheidung. Zwischen den Palmen und den bunten Blumen lag dieser Pool, ein kleines blaues Oval, vielleicht 12 m lang und 4-5 m breit. Überall singende Vögel, bequeme Liegen mit großen Schirmen: dafür bin ich zwar nicht hergekommen, aber ich nehme es en passant gerne mit. Ein paar australische Ladies machen es ebenso: abkühlen, trocknen lassen und lesen, dann wieder abkühlen.....könnte schlimmer sein!

Danach erst mal Kultur. Erst den alten Palast besichtigt, soweit das überhaupt ging. Überall stand ein Tourist mit seiner laaaangen Stange (das sind die Dinger, an deren Ende man sein Handy befestigt, um Selfies aus der Entfernung machen zu können) und man kam kaum durch. Es war sehr voll, weil generell viele Menschen wegen eines Festivals in der Stadt waren. Und hier knubbelte sich alles. Spektakulär war der Palast allerdings nicht. 
Schöner fand ich dann das Museum. 
Hier wurde die balinesische Kunst (Malerei und Holzschnitzerei) von der Vergangenheit bis in die Moderne gezeigt.
Herausragend war erst mal die Location. Ein kleiner Park mit Seerosenteich und vielen gar schrecklichen Skulpturen (die entweder das Böse darstellen, oder auch Gardiens, die kann man als Laie schwer auseinanderhalten) und in dieser fast Urwaldatmosphäre lagen verschiedene balinesische Häuser, in denen die Kunstwerke untergebracht waren. Allein dieser Park hätte sich schon gelohnt. 
In den Gebäuden dann die Malereien und Schnitzereien. Von Malerei verstehe ich nichts und gehe da eigentlich nur nach gefällt oder gefällt nicht. Und die asiatische Kunst, vor allem, wenn es um Geister, Dämonen, Vishnu und Hanuman geht.....da habe ich wenig Zugang zu. Und auch das war hier oft das Motiv.





Aber es gab auch andere Motive (aus dem Alltagsleben oder aus der Natur) da wurde selbst mir das hohe Niveau bewußt. Sehr beeindruckend (wenn es nicht um Teufelsfratzen geht) die Holzschnitzerei. Generell kann ich mir 3D mehr anfangen, aber das hier war Klasse.
Es lagen auch Gästebücher aus, aus denen ich allerdings sehen konnte, das hier im Schnitt 3-5 Besucher pro Tag durchgehen. Schade. Aber das erhärtet meinen Verdacht, dass das Attribut 'kulturelles Zentrum' eher in 'kommerzielles Zentrum' umgemünzt werden sollte. Aber damit tue ich den vielen hiesigen Künstlern wahrscheinlich Unrecht.  
Dann musste ich aber erst nochmal in den Pool. Und so verging der Tag: rein in den Pool, raus aus dem Pool. Schönes Leben!
 
Noch ein Wort zu den Touristen. Es sind Unmengen in der Stadt. Gegen Mittag kann man fast nicht mehr laufen. Der Hotelmanager berichtete, dass es eigentlich immer so viele sind. Es gibt wohl jede Menge Pauschalreisen aus Hongkong und Korea (das sieht man) und auch zunehmend aus Russland. Nur die Japaner bleiben aus. Wenn man aber so durch die Straßen läuft hört man Englisch (Aussies), viel Holländisch und eine Menge undefinierbares. Business rulez!

...und ewig diese Selfies...

Schmaler Eingang, dahinter erst mal Schluss!

Seerosenteich mit Lotusblüten....
Icke!



Dienstag, 16. Dezember 2014

Reise von Bangkok nach Ubud

16. 12.14 Reise von Bangkok nach Ubud

Der (vorläufige) Abschied von Thailand war gut. Die Gegend, in der ich wohnte, war sehr einfach. Es gab keine Geschäfte oder Restaurants, das Höchste der Gefühle war ein 7/11, ansonsten nur einfachste Garküchen. Und dann war da das blaue Licht. Es sah aus wie eine moderne Reklame und zog mich an wie .... Scheisse die Fliegen. Als ich nah genug war, konnte ich 'Karaoke' und 'Bar' und 'Drinks' lesen und die Mädchen darin konnten mich sehen. Und sofort riefen sie: come here! come here! Und als ich mich abwandte riefen sie 'where are you going? Where are you going?
Das ganze in so einem Heulton. 
Entnervt beschloss ich dann, noch eine Straße zu versuchen und dann doch in eine der Garküchen zu gehen. Ich finde das zwar immer lecker, aber am letzten Tag.....
Und da war was. Bunt, viel shabby chic - Deko, unter anderem eine wunderschöne alte Vespa und junge Leute. Ein richtiges, hippes Restaurant, ziemlich voll mit offensichtlich netten Leuten.
Ich ging rein und steuerte auf einen kleinen Tisch zu. Schnell kam ein freundlicher Kellner und ich fragte ihn, ob ich eine Karte haben könnte. Er fragte nett zurück, ob ich denn Thai könnte. Damit hatten wir eine Pattsituation. 
Da ich aber auch keine Namen von Gerichten kenne (außer pad thai oder tom yum und pak bung) steckten wir fest. Ich sah mich dann um, sah am Nebentisch ein Fischgericht und durfte 15 Minuten später feststellen, dass es sensationell schmeckte. Zarter gekochter Fisch mit Kräutern und verschiedenen gemüsen. Lecker!
An den anderen Tischen war auch gute Stimmung und es wurde viel getrunken. Auf vielen Tischen standen 1 Liter-Flaschen mit Mekong Whiskey oder Black Cock. Und neben manchen Tischen Kisten mit Bier. Hier nimmt man immer Gläser gefüllt mit Eis und kippt Bier drüber, da spielt die Kühlung der Flaschen kaum eine Rolle.
Ich blieb noch ca. 1 Stunde da und fand es Klasse. 

Dann kehrte ich zurück in mein Flughafen-nahes Budgethotel. Es war wirklich nur 3-4 km vom Airport entfernt und dazu auch noch billig. So weit die guten Seiten. Zu den schlechteren gehörte die Lage (wie oben beschrieben) und die Tatsache, dass es kein Fenster gab. Auch doof.

Ich wachte dann aber ganz von alleine um 1/4 vor 4 morgens auf, machte mich fertig und um 3:59 (wow!) stand das Taxi vor der Türe. 
Es tat mir leid, dass ich die Frau des Hotelbesitzers, die auf einem Sofa in der Lobby geschlafen hatte, geweckt habe, aber für sie war das ok. Sie brachte mich noch zum Auto und erklärte dem Fahrer, wo ich hinmusste. Cool.
6 Minuten später war ich dann auch am Flughafen, trotz einer Polizeikontrolle, die meinem armen Fahrer mit einer 1000-Watt-Lampe ins Gesicht leuchtete. Es gibt zwar keine Ausgangssperre mehr, aber sie passen auf...

Ich fliege mit Air Asia und habe mir auch hier einen Notausgangsplatz gesichert. 10€ hat der gekostet. Air Asia ist hier der größte Billigflieger und was habe ich für mein Geld bekommen? Ein modernes Flugzeug, freundliches Personal und ca. 20 cm von meinen Knien zum Vordermann. So fliege ich gerne. Schade, dass es nur die 4 Stunden sind.....
 
Aber auch die gingen schnell vorbei. Die Immigration in Denpasar ging halbwegs flott und so sah ich mich zügig den ca. 200 geifernden Taxifahrern gegenüber. Das war so mit die schlimmste Anmache, die ich gesehen habe. Die Fahrer tragen überwiegend die gleichen Hemden und so sieht man sich hilflos dieser Gruppe ausgesetzt. Sie rufen ( Taxi, Taxi) oder sie machen Lenkbewegungen oder sie winken einfach. 'Where you go' oder 'I'm your best friend' ist das, was dann folgt. Sie wollen dein Bestes, und zwar dein Geld, und dass schnell, viel und ohne Zicken. 
Wie nervig.
Ich will aber erst mal Geld ziehen und scheitere an den Automaten, die nur Eurocards haben wollen. Mist. Der Taxifahrer will mich gerne zu einer Bank bringen, no Problem. Dann finde ich aber doch noch eine ATM mit dem Visa-Logo und schnell bin ich 2000000 Rupien reicher. Das das hier nicht viel ist, werde ich bald merken....
Ich entscheide mich dann, nachdem Busse erst wieder nachmittags verfügbar sind, für einen Fahrer, der mich erst mal ins Zentrum von Ubud bringen soll. Das sind ca. 50 / 60 km und hier soll mein Startpunkt liegen. ubud ist das kulturelle Zentrum der Insel und soll sehr schön sein. 
Ist es auch. Denpasar ist laut und schmutzig und besteht nur aus Autos und Mopeds. 

Hier in Ubud ist immer noch viel Verkehr, aber die Straßen sind kleiner und alles ist lieblicher. Es gibt jede Menge 'alte Steine', Kneipen, Shops und Nicht-Asiaten.
Die Balinesen haben den schwarzen Gürtel im Tourismus. Chapeau!
Souvernierläden, Antiquitätenläden, stylishe Handwerksläden, Boutiquen, coole Kneipen, Jazzläden.....hier geht was. Das Ganze eingebettet in die historische Umgebung: hier kann man es aushalten. Touristisch erschlossen trifft es nicht. Das ist mehr. Hier geht man in kurzer Hose genau so ungern spazieren, wie auf der Düsseldorfer Königsallee. Hier ist alles etwas feiner.
Mein Guesthouse passt gut rein. Ein absolut stylisher Bungalow mit Blüten auf dem Bett und großer Terrasse in einem Garten wie ein Urwald mit bunten Blüten und 1000 singenden Vögeln. Ich möchte nicht wissen, wie viele Helden hier in dieser top-romantischen Umgebung schon gezeugt worden sind...

So, genug gelästert. Es ist schön hier. Die Umgebung ist schön, alles ist grün und bunt und das Essen wirkt (muss ich noch probieren) auch sensationell.
Und dieser Bungalow (habe ich erwähnt, dass es hier einen Pool gibt?) ist auch großes Kino. 
Es ist nur so völlig anders als SO-Asien. Ein neues Land, eine neue Erfahrung. 

Zumindest nach außen ist hier alles heile Welt. Gut, hier stehen alle 20 m Männer, die ein Taxi-Schild hochhalten. Und jede Menge Schlepper, die einen zu balinesischen Tempeltänzen verführen wollen oder irgendwelche Touren verkaufen.

Es ist vergleichbar mit Sri Lanka. Sri Lanka ist Indien 'light' und Bali ist eine freundliche und liebliche Einführung in SO-Asien. 
Ich bin allerdings froh, früh den Gedanken gefasst zu haben, den Trip zu teilen (Thailand + Bali). Ich denke, 12 Tage wird es mir sehr gut hier gehen....

Apropos Bilder: sorry, heute habe ich echt nicht fotografiert, außer den paar Bildern von meinem Bungalow. 

Morgen ist hier ein großes Festival. Keine Ahnung, was mich erwartet, aber es soll gewaltig sein! Und viele Geschäfte haben geschlossen. Time will show!

Weg zu meinem Schloss

Blick von der Türe
Meine Terrasse


That's it :-)



Montag, 15. Dezember 2014

Bali 2014

Hier will ich jetzt aufschreiben, was nach der Reise durch Thailand geschehen ist. Und wieder mit (kleineren) Bildern. Jo